XMAS-Countdown: Der knisternde Adventskalender! ** Teil 4

It’s official: Der Dezember ist da und mit ihm die Vorweihnachtszeit! Und weil wir in der Redaktion alle riesige Weihnachtsfans sind, haben wir einen knisternden Adventskalender für euch zusammengestellt. Euch erwarten Serientipps, Kabarett-Empfehlungen, Lieblingsbücher und noch viel mehr – als Countdown zu Weihnachten oder einfach zum Runterkommen vom Alltagsstress.

Tür 22: Klassiker aus dem Theater, die ihr kennen solltet

Von Carina Schramek

Im Sprechtheater findet ihr eine bunte Bandbreite an verschiedenen Gattungen, darunter lustige Bürgerspiele, Komödien, Dramen, Gesellschaftssatiren und Trauerspiele. Für alle Newbies da draußen, die mit neuem Allgemeinwissen glänzen möchten, hier eine (kleine) Übersicht der Klassiker:

* Dieser Beitrag behandelt das Thema Suizid. Wenn dich das Thema belastet, bist du nicht allein – und darfst Hilfe annehmen, wenn du sie brauchst. Es werden keine detaillierten oder grafischen Beschreibungen genannt.

142: Telefonseelsorge (kostenlos, anonym).
01 31330: Sozialpsychiatrischer Notdienst (Wien, rund um die Uhr).
144: Rettung bei akuter Lebensgefahr/psychiatrischem Notfall.

Der Talisman (1840) von Johann Nestroy

Nestroys berühmteste Posse (zählt zu den komischen Theatergattungen) „Der Talisman“ ist geprägt von Verwechslung, Komik und viel schöner Rothaarigkeit.

Salome Pockerl und Titus Feuerfuchs werden aufgrund ihrer roten Haare verspottet. Salome zeigt von Anfang an Interesse an Titus, doch dieser nutzt seinen geschenkten Talisman, eine schwarze Perücke, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Letztendlich wird er enttarnt und findet sein Glück bei Salome.

Ein Sommernachtstraum (ca. 1600) von William Shakespeare 

Wer mit wem, Traum oder Realität, und ein verdutztes “Wie jetzt?” In Shakespeares Sommernachtstraum werdet ihr top unterhalten und irritiert zugleich.

Die sehr komplexe Geschichte in kurz: Edelmann Egeus möchte seine Tochter Hermia mit Demetrius verheiraten. Die will aber nicht, da dieser vorher mit ihrer Freundin Helena verlobt war und sie eigentlich Lysander liebt (und umgekehrt). Sie soll somit ins Kloster, aber brennt mit ihrem Geliebten durch, doch ihre Vertraute Helena (jap, ihre Freundin und Ex von ihrem Quasi-Verlobten), verrät die beiden. 

Zeitgleich proben die Handwerker im magischen Wald ein Theaterstück zu Ehren des Herzogs Theseus und seiner künftigen Gattin Hippolyta ein. Im Wald kommt es zu viel Magie und Verwechslungen. Lysander und Demetrius verlieben sich in Hermia, sie ist verzweifelt, kurz: Chaos. Schlussendlich wird der Zauber aufgehoben und es gibt eine Dreifachhochzeit. Juhu!

Der eingebildete Kranke (1673) von Molière

Doctor Hopping vom Feinsten gibt es in Molières Werk „Der eingebildete Kranke“. Der Hypochonder Argan bildet sich ein, krank zu und zieht einen Arzt nach dem anderen zurate. Diese nutzen seine Besessenheit, um überflüssige Behandlungen zu machen und ordentlich abzukassieren.

Um besser betreut zu werden, soll seine Tochter auch gleich einen Arzt heiraten, doch Angelique liebt ihren Cléante. Argans Hausmädchen und sein Bruder überreden ihn dazu, sich tot zu stellen, um zu schauen, wer sich ehrlich um ihn sorgt und ihn liebt.

Überraschung: seine geldbesessene zweite Frau ist es nicht, sondern seine Tochter. Die darf nun heiraten, wen sie möchte und es kommt zum Happy End. 

Mutter Courage und ihre Kinder (ca. 1938) von Bertolt Brecht

Eine Gier, die zum Schlimmsten führt, wird in Brechts Kriegsdrama „Mutter Courage und ihre Kinder“ gezeigt. Mutter Courage zieht mit ihren drei Kindern während des 30-jährigen Krieges durch Europa.

Mit ihrem Planwagen versucht sie, am Krieg zu verdienen, doch ihre Profitgeilheit und Dickköpfigkeit führen schließlich zum Tod ihrer Kinder. Sie lernt nichts dazu und verfolgt ihre Geschäfte alleine weiter. 

Reigen von Arthur Schnitzler

Die Gesellschaftssatire „Der Reigen“ von Arthur Schnitzler repräsentiert eine heuchlerische Sexualmoral der Wiener Gesellschaft, die nur hinter Fassaden ausgelebt wird. Anhand gesellschaftlich unterschiedlich situierter Menschen wird gezeigt, was sie alle gemeinsam haben: den Geschlechtstrieb. 

Fünf Frauen und fünf Männer kommen immer wieder paarweise zusammen. Zu Beginn einer neuen Szene wird die Hand der nächsten Person gereicht. Der Akt selbst wird nie gezeigt, doch am Ende wird der Reigen mit der zuerst gezeigten Person wieder beendet.

Die Leiden des jungen Werthers (1774) von Johann Wolfgang Goethe

Der tragische Briefroman handelt vom verzweifelten Werther, der an seinen starken Gefühlen, der unerfüllten Liebe und den Erwartungen der Gesellschaft zerbricht.

Werther zieht in eine Kleinstadt und verliebt sich dort unsterblich in die bereits verlobte Lotte. Sie verbringen viel Zeit miteinander, wodurch seine Gefühle immer stärker werden und seine Hoffnung bleibt, dass sie sich für ihn entscheidet. Lotte bleibt aber ihrem Albert treu und Werther findet keinen Trost, weshalb er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Kabale und Liebe (1784) von Friedrich Schiller

Ein Meisterwerk des Sturm und Drang (Epoche der deutschen Literatur von ca. 1765-85), das die tragische Liebesgeschichte von Ferdinand und Luise zeigt. Ihre Liebe wird von gesellschaftlichen Unterschieden überschattet, da sie die Tochter eines einfachen Stadtmusikers ist und er der Sohn des Präsidenten.

Er möchte Luise dennoch heiraten. Sein Vater ist dagegen und schmiedet einen geheimen Plan mit seinem Sekretär Wurm, welcher selbst Interesse an Luise hat.

Luise wird gezwungen, einen gefälschten Liebesbrief an einen Hofmarschall zu schreiben. Ferdinand trennt sich daraufhin von ihr und es endet mit einem Akt der Verzweiflung, indem beide sich vergiften.

Tür 23: Unterschätzte Genres

Von Julia Gaiswinkler

Na? Auch schon mal über Comics gelästert? Die sind ja nun mal wirklich keine Literatur. Lies doch was G’scheites! Kommt mir auch bekannt vor. Das ist genauso kurzsichtig wie blöd. Denn zum einen sind Comics und Graphic Novels mindestens genauso viel Arbeit wie “richtige Literatur”. Zum anderen gibt es auch hier eine enorme Bandbreite.

Hier ein paar Beispiele für tolle Graphic Novels:

  • “Die Frau als Mensch” – Ulli Lust
  • “Wissenschaft ist weiblich” – Lucia Sillig
  • “In meiner Erinnerung war mehr Streichorchester” – Julia Hoße
  • “Furiositäten” – Anna Geselle
  • “Der Ursprung der Welt” – Liv Strömquist
  • “Maus” – Art Spiegelmann

Comics? Auch die sind gut! Siehe:

  • “Erika Ehrlich und der Spuk auf dem Campingplatz” (Schweizerdeutscher Kindercomic) – Samuel Schuhmacher
  • “War and Peas” – Elizabeth Pich und Jonathan Kunz
  • “Physik für die Katz” – Tom Gauld
  • Alles von kriegundfreitag

(Nicht ganz) Genrelose, aber kunstvolle Bücher:

  • “Damals hatten wir nur Minigolf, sonst nichts” und “Auf der Suche nach Trouble” – Max Kersting
  • “Über das unglückliche Leben der Regenwürmer. Ein relativ kurzes naturkundliches Traktat” und “Wenn du weinst wie ein Wasserfall” – Noemi Vola
  • “Der Patriarchatsindex” – Lenka Reschenbach
Eine Auswahl von Julias liebsten Comics und Graphic Novels (c) Eichborn, Reprodukt, Helvetiq, Avant-verlag GmbH, Falter Verlag, Leykam, Panini, Lappan, Kunstmann, A, Edition Moderne

Tür 24: Das sind die Bücherregale der Redaktion

Farblich sortiert oder streng nach dem Alphabet? Mit Weihnachtsdeko oder ganz clean? So sehen unsere knisternden Bücherregale aus.

Selina Mavie Teichmann:
Wunderschön weihnachtlich.

Magdalena Zimmermann:
Pflanzen machen alles noch schöner, selbst Bücherregale.

Carina Schramek:
Mit System – Aufrecht stehende Bücher wurden bereits gelesen, liegende Bücher kommen bald dran. 

Julia Gaiswinkler:
Fast wie in einer Bibliothek! Ganz oben stehen bei Julia Sachbücher, dann kommen Romane und Lyrik.

In der Mitte befinden sich Graphic Novels, Kinder- und Jugendbücher und Werke mit schönen Illustrationen. Schließlich finden sich Reisesouvenirs in Buchform und Signiertes.

Patricia Kornfeld:
Ein Bücherregal reicht Patricia nicht, sie braucht zwei. Eigentlich hat sie sogar noch ein drittes, aber das war beim Fototermin leider verhindert.

Ihre Bücher sortiert sie ausschließlich nach Farbe und Ästhetik. Das richtige Werk zu finden, dauert dann oft ein bisschen länger, aber manchmal müssen Opfer eben erbracht werden.

Jacqueline Scherret:
Auch Jacqueline sortiert gerne nach Farbe.

Paulina Kolm:
Sparkly: Discokugeln gehen immer, auch – oder vielleicht sogar: vor allem – auf dem Bücherstapel.

Merry Christmas!

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