Ein Musical, das der Gesellschaft den Spiegel vorhält und warum wir alle etwas mehr wie Matilda sein sollten.
Das britische Erfolgsmusical feierte am 12.12.2025 deutschsprachige Premiere in Baden. Als absolute Liebhaberin der Londoner Produktion war ich, zugegebenermaßen, zunächst skeptisch. Warum sich diese Skepsis jedoch rasch in große Begeisterung verwandelte, verrate ich euch jetzt.

Achtung: Ohrwurmpotenzial!
“Matilda – Das Musical”, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl. Es erzählt die Geschichte eines außergewöhnlich klugen Mädchens, das in eine Familie geboren wird, die wenig Verständnis für ihre Talente hat. Lesen, Geschichten erzählen und ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit stoßen dort auf völlige Gleichgültigkeit.
Auch in der Schule wird Matilda, an diesem Abend eindrucksvoll gespielt von Liv Perman, mit Widrigkeiten konfrontiert: Die überaus gemeine Direktorin Agathe Knüppelkuh (Andreas Lichtenberger) betrachtet Kinder nicht als vollwertige Menschen und setzt lieber auf Strafen als auf Liebe, Zuneigung und Verständnis. Doch Matilda lässt sich nicht unterkriegen. Sie steht für sich und andere ein und beweist, was man mit Wissen, Mut und einer großen Portion Fantasie alles erreichen kann.
Abgesehen von der großartigen Geschichte begeistert das Musical auch musikalisch. Die Songs und Melodien von Tim Minchin, darunter Naughty und Revolting Children, gehen sofort ins Ohr. Die für den deutschsprachigen Raum gelungen übersetzten Liedtexte amüsieren nicht nur, sondern regen auch zum Nachdenken an.

Die Zukunft des österreichischen Musicals sieht rosig aus!
Als ich Matilda vor einigen Jahren im Londoner West End gesehen habe, war ich sofort begeistert. Das Talent der Kinderdarsteller*innen bewegte sich auf einem Niveau, das ich selbst bei vielen Erwachsenen noch nie erlebt habe. Auch das Bühnenbild war imposant – so großzügig gestaltet, dass darauf sogar geschaukelt und Scooter gefahren werden konnte.
Mein erster Gedanke lautete daher: “Wie soll die Bühne Baden, die vielleicht halb so groß ist, da mithalten?” Die Sorge erwies sich jedoch als völlig unbegründet. Zwar ist die Bühne kleiner als in London, doch man hat das Maximum aus ihr herausgeholt. Das Ergebnis ist nicht weniger beeindruckend. Auch die Kinder überzeugten auf ganzer Linie. Die Nervosität der Premiere war hier und da spürbar, verlieh der Gesamtperformance jedoch einen charmanten, menschlichen Touch.
Wer also auf der Suche nach intelligenter, berührender Unterhaltung für Jung und Alt ist, sollte sich Matilda unbedingt bis zum 14. Februar 2026 in Baden ansehen.



